30.07.2010
Anelka verklagt Sportzeitung
Nicolas Anelka zehrt l'Equipe vor Gericht
Nicolas Anelka will nach der fatalen WM seine Ehre wiederherstellen
Frankreichs "Enfant Terrible" Nicolas Anelka geht nach seiner Trainerbeschimpfung bei der Fussball-WM in Südafrika in die Offensive. Der Chelsea-Stürmer reichte nach französischen Medienberichten vom Freitag eine Klage wegen Verleumdung gegen die Sportzeitung "L'Equipe" ein. Die französische Zeitung hatte Anelkas obszöne Schimpfworte gegen den damaligen Teamchef Raymond Domenech in der Halbzeit des WM-Spiels gegen Mexiko (0:2) in grossen Lettern auf der Titelseite enthüllt.
Anelka bestreitet die Beschimpfungen zwar nicht, beteuert aber, das Blatt habe seine Worte nicht exakt wiedergegeben. "Das sind nicht meine Worte", sagte der 31-Jährige mehrfach. "L'Equipe" teilte unterdessen am Freitag in seiner Online-Ausgabe mit, man werde bei dem im Herbst in Paris beginnenden Prozess mehrere Augenzeugen des Zwischenfalls aufbieten. Bisher hat die renommierte Fachzeitung ihre Quellen nicht preisgegeben.
Nach der Beschimpfung war Anelka in Südafrika vom französischen Fussball-Verband (FFF) vorzeitig nach Hause geschickt worden. Die Affäre verschlimmerte damals das wegen Querelen und Cliquen-Bildung ohnehin angespannte Arbeitsklima im WM-Quartier der "Bleus" in Knysna. Am 20. Juni protestierten die französischen Teamspieler mit einem ungewöhnlichen Trainingsboykott gegen den Ausschluss Anelkas. Zwei Tage später schied das Team sieglos bereits in der WM-Gruppenphase aus.