21.05.2010
Schweizer U17 im zweiten EM-Match chancenlos
Die Schweizer U17-Junioren haben an der EM in Liechtenstein auch ihr zweites Spiel verloren.
Die Auswahl von Trainer Heinz Moser unterlag Spanien mit 0:4. Die Schweizer hatten von Beginn an weniger Spielanteile und weil sie Francisco "Paco" Alcacer nicht in den Griff bekamen, stand es nach 43 Minuten 0:3. Der Stürmer aus Valencia, der der beste Torschütze der entscheidenden Qualifikationsphase gewesen war und bereits beim 2:1-Auftaktsieg gegen Frankreich getroffen hatte, stellte ein weiteres Mal seine Gefährlichkeit unter Beweis.
Beim ersten Treffer verwertete "Paco" eine flache Hereingabe von Gerard stilsicher (13.), in der 37. Minute verlängerte er nach einem Corner mit einem herrlichen Kopfball eine Flanke von José Campaña ins Netz und kurz nach der Pause dribbelte er auf engstem Raum gleich vier Gegner aus, um anschliessend kaltblütig einzuschieben. Das 0:4 bereitete "Paco" vor, ehe er daraufhin unter einer Standing Ovation auswechselt wurde.
Im Schweizer Lager hatte man gehofft, dass sich anstatt "Paco" Basel-Angreifer Stjepan Vuleta in den Vordergrund spielen würde. Der Goalgetter aus dem St. Galler Rheintal, der beim 0:3 gegen Portugal zum EM-Auftakt noch gesperrt gewesen war, blieb für einmal wirkungslos, auch weil er zu selten gute Vorlagen erhielt. Immerhin erarbeitete sich Vuleta die einzige ernsthafte Schweizer Chance der ersten Hälfte. Nach sieben Minuten war der Winkel zu spitz, um den Ball noch am spanischen Goalie vorbeizubringen. In der zweiten Halbzeit besassen von den SFV-Jungs Alessandro Martinelli (47.) und Numa Lavanchy (65.) die aussichtsreichsten Möglichkeiten.
Ansonsten hatten die Schweizer zu viele einfache Ballverluste zu verzeichnen. Sie verpassten es im Mittelfeld, mit Laufstärke eine Differenz zu schaffen, Präsenz zu markieren und überraschende Ideen einzubringen. Vor dem 0:1 liessen sich Captain Mattia Desole von Inter Mailand und Mike Kleiber vom FC Zürich auf der linken Seite zu leicht ausdribbeln. Dieses Duo hatte schon gegen Portugal den ersten Gegentreffer verschuldet.
Die Spanier ihrerseits untermauerten ihre Stellung als Turnier-Favorit. Sie stellen die einzige Nation, die seit der Lancierung der U17-EM im Jahr 2002 auf dieser Stufe mehr als einmal den Titel gewonnen hat. Nach der deutlichen Niederlage kann die Schweiz die Halbfinals praktisch nicht mehr erreichen. Um weiterzukommen, müsste man in der letzten Vorrundenpartie gegen Frankreich einen Kantersieg feiern und gleichzeitig auf eine Niederlage der Portugiesen gegen Spanien hoffen.