Der Traum vom WM-Titel für die Schweizer U17-Junioren geht weiter. Dank eines nie gefährdeten 4:0-Sieges gegen Kolumbien qualifizierte sich die Equipe von Dany Ryser für den Final vom Sonntag.
Die Schlüsselszene in Lagos ereignete sich bereits in der 13. Minute, als sich Nassim Ben Khalifa auf der rechten Seite durchsetzte. Zunächst prüfte er Kolumbiens Goalie Bonilla, im Anschluss konnte Santiago Arias den Nachschuss des GC-Stürmers im Fünfmeterraum nur noch mit der Hand abwehren und wurde des Feldes verwiesen. Den fälligen Penalty verwertete Ben Khalifa souverän.
In der Folge überzeugte die Schweiz mit gefälligem Kombinationsspiel, verpasste es zunächst allerdings, die Führung noch vor der Pause auszubauen. Die beste Gelegenheit bot sich nach rund einer halben Stunde erneut Ben Khalifa, der GC-Stürmer agierte vor Goalie Bonilla jedoch zu überhastet. Besser machte es sein Teamkollege Haris Seferovic, der neun Minuten vor der Pause den Ball nach einem mustergültig vorgetragenen Angriff um den Torhüter der Südamerikaner schnibbelte und ebenfalls sein viertes Turnier-Tor erzielte.
Sekunden vor der Pause hätte Granit Xhaka die Partie bereits entscheiden können, sein Schlenzer landete jedoch nur an der Latte. Nach der Pause liess das 3:0 dann jedoch nicht lange auf sich warten: Abwehrspieler Bruno Martignoni hämmerte den Ball in der 50. Minute aus spitzem Winkel unter die Latte. Es folgte ein 40-minütiges Schaulaufen der Schweizer Jung-Professionals, in welchem Abwehrspieler Ricardo Rodriguez mit seinem Abstauber-Tor (68.) den Schlusspunkt setzte.
Im Final vom Sonntag (19.00 Uhr) trifft die Schweiz auf Gastgeber und Titelverteidiger Nigeria, der die Spanier 3:1 (1:0) bezwang. Rund um den zweiten Halbfinal herrschten chaotische Zustände. Von aussen drängten massenhaft Fans ins bereits ausverkaufte Teslim-Balogun-Stadion. Ein Absperrgitter hielt dem Gedränge nicht stand. Durch die Lücke strömten Tausende ohne Ticket ins innere Areal. Die Sicherheitskräfte waren komplett überfordert. Gemäss Augenzeugenberichten wurde mehrere verletzte Menschen auf Tragbahren abtransportiert.
Erst im Verlaufe der zweiten Hälfte, als die Nigerianer bereits klar führten, beruhigte sich das Geschehen. Ein Stadion-Speaker forderte die Fans zudem mehrfach auf, ruhig nach Hause zu gehen nach dem Schlusspfiff. Dass dann allerdings noch ein Feuerwerk gezündet wurde und viel zu knapp über der Arena explodierte, passte zum Chaosabend.
Kolumbien - Schweiz 0:4 (0:2).
Teslim Balogun, Lagos. - 24 000 Zuschauer. - SR Hester (Neus). - Tore: 14. Ben Khalifa (Handspenalty) 0:1. 36. Seferovic 0:2. 50. Martignoni 0:3. 67. Rodriguez 0:4.
Schweiz: Siegrist; Martignoni, Chappuis, Hajrovic, Rodriguez; Gonçalves, Buff (67. Nimeley), Xhaka, Kamber (72. Tosetti); Seferovic, Ben Khalifa (72. Mijatovic).
Bemerkungen: Schweiz ohne Veseli, Kasami (beide gesperrt). 13. Rot gegen Arias (Kolumbien/Hands). Verwarnungen: 20. Buff, 45. Hajrovic, 57. Chappuis, 90. Murillo (Kolumbien/alle Foul).